Costa Verde - Westen

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Die Costa Verde, die grüne Küste, schließt sich im Norden an den Golfo di Gonnesa an. Wer hier wegen des Namens eine üppig grüne Vegetation erwartet, wird von der schier endlosen, gleißend weißen und bis zu 50 Meter hohen Dünenlandschaft überrascht sein. Zwar setzen knorrige Wacholderbäume und Pinien einige Kontraste in die weite Landschaft voller Einsamkeit, doch ihren Namen erhielt die Küste wegen des Meeres, das hier in einem tiefen Smaragdgrün schimmert.
Die Costa Verde zählt zu den ökologisch wertvollsten Gebieten Italiens und ist touristisch kaum erschlossen. An den einsamen Stränden legen Meeresschildkröten ihre Eier und einige Rudel des seltenen sardischen Hirsches cervo sardo leben hier noch in freier Wildbahn. Hier liegt, inmitten der Dünen und in völliger Abgeschiedenheit, das wohl außergewöhnlichste Hotel Sardiniens, das Le Dune. Erbaut wurden die Gebäude im 19. Jahrhundert, zu einer Zeit, als in der Region Zink und Blei abgebaut wurden. Die Häuser dienten als Lagerräume für Erz und als Stallungen für die Transportpferde. Nachdem man die Minen stillgelegt hatte, verfielen die Gebäude langsam und lagen schließlich über Jahrzehnte im Sand verschüttet. Mitte der 1980er Jahre baute der Sohn des letzten Bergwerkdirektors den Komplex nach alten Plänen wieder auf und richtete ein Hotel ein. Die mit antiken Möbeln ausgestatteten Zimmer sind begehrt und fast immer belegt: Die zahlreichen Gäste schätzen besonders die abgeschiedene Lage des Hotels und die Einsamkeit der langen Sandstrände.