Macomer

File 131

Macomer ist eine sympathische Stadt, die besonders für ihre Käseproduktion berühmt ist. Der schon zu römischer Zeit strategisch wichtige Ort, der bereits damals als Verkehrsknotenpunkt und Handelszentrum eine herausragende Bedeutung einnahm, befindet sich auf einem Bergkamm am Südrand der Hochebene Campeda in der Provinz Nuoro. Auf halbem Weg zwischen Alghero und Oristano gelegen trennen Macomer etwa 30 Kilometer von der Westküste und der Küstenstadt Bosa. Heute ist die betriebsame Stadt ein beliebter Ausgangspunkt, um die zahlreichen prähistorischen Zeugnisse in der landschaftlich reizvollen Umgebung zu erkunden.
Den Corso Umberto I. säumen vornehme Villen und Palazzi. Auch das Rathaus aus dem 19. Jahrhundert sowie eine Pfarrkirche aus dem 17. Jahrhundert befinden sich hier. Schlendert man durch die Altstadt, so begegnen dem aufmerksamen Betrachter plastisch gestaltete Fensterdekorationen, die noch aus der Zeit der aragonesischen Herrschaft stammen. Hier findet man auch das Haus des berühmten sardischen Dichters Melchiorre Murenu, der Anfang des 19. Jahrhunderts lebte. An der südlichen Durchgangsstraße befindet sich die gotisch-katalanische Kirche San Pantaleo.
Einen Ausflug lohnt die etwa zwei Kilometer westlich von Macomer gelegene Nekropole Filigosa aus der frühen Kupferzeit. Eindrucksvoll präsentieren sich die großen Domus de Janas, die Hauptgräber, mit den dazugehörigen rituellen Feuerstellen, den Totenbetten und den Gruben für die Opfergaben. Durchschreitet man diese, gelangt man schließlich in die dahinter gelegenen kleineren Kammern.
Einige Kilometer nördlich von Macomer, am Westabhang der Catena del Marghine, findet man den Nuraghenkomplex Santa Barbara. Den kräftigen, auf einem Sockel aus Steinblöcken ruhenden Hauptturm umgeben vier durch Mauern miteinander verbundene Ecktürme. Die Bastion bietet, insbesondere von dem etwa 15 Meter hohen Zentralturm aus, einen herrlichen Blick auf Macomer und die Umgebung.
Etwa sieben Kilometer südwestlich von Macomer, am Hang des Monte Sant`Antonio, befinden sich die Perdas Marmuradas de Tamuli, die Marmorsteine von Tamuli. Gemeint sind sechs etwa anderthalb Meter hohe Menhire. Die Steinmale befinden sich unweit eines Nuraghen. Jeweils drei von ihnen sind als weibliche Figuren gestaltet, drei als männliche. Sie sollen die Fruchtbarkeit des Lebens darstellen und dienten vor etwa 5000 Jahren kultischen Zwecken. Wenige Meter entfernt befinden sich drei Gigantengräber. Bei einem von ihnen kann man heute noch den Korridor und die Eingangsschweller der Grabkammer ausmachen.