Carbonia

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Carbonia ist die nur wenige Jahrzehnte alte Hauptstadt des Kohlegebietes Sulcis, das mit den langen Stränden der Costa del Sud und den beiden größten sardischen Inseln Sant`Antioco und San Pietro den südwestlichen Teil Sardiniens bildet. 
Die während der Mussolini-Ära erbaute Stadt liegt am nördlichen Rand des Sulcisgebirges, etwa 25 Kilometer südlich von Iglesias. In den 1930er Jahren entworfen, wurde die von schlichten Betonbauten geprägte Planstadt mit ihren breiten, rechtwinklig zueinander verlaufenden Boulevards innerhalb weniger Jahre errichtet. Eine Altstadt sucht man hier vergebens, dafür kann Carbonia mit weitläufigen, luftigen, von Sonnenlicht verwöhnten Plätzen und einer üppigen Bepflanzung aufwarten. Das Zentrum bildet die Piazza Roma, an die sich eine hübsche Springbrunnenanlage und ein Dattelpalmengarten anschließen. Ganz in der Nähe, an der Piazza Mercato, befindet sich die Markthalle. Die benachbarte Via Gramsci mit ihren großen Kaufhäusern und Boutiquen bildet die Haupteinkaufsmeile Carbonias. Es lohnt sich, einen Ausflug zum etwa 4 Kilometer nordwestlich gelegenen Monte Sirai zu machen. Der fast 200 Meter hohe Tafelberg bietet einen herrlichen Rundblick über die Umgebung bis hin zu den beiden Inseln Sant`Antioco und San Pietro im Süden. Auf seinem Gipfel wurden die imposanten Überreste einer phönizisch-punischen Akropolis aus dem 7. Jahrhundert v. Chr. mit Befestigungsmauern und einer Nekropole ausgegraben.
Zwischen den drei parallel verlaufenden Straßen, die die Akropolis gliedern, befinden sich die Überreste der Häuser und des Hauptturms. Außerhalb der Stadtmauern findet man die Nekropole, das Gräberfeld. In den Fels gehauene Treppen führen in die weiten Grabkammern hinein. Etwa 200 Meter nordwestlich der Akropolis liegt das Tophet, eine Brandopferstätte. Auch hier sind die Grundmauern des Tempels noch erhalten und können besichtigt werden.