Cagliari

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Cagliari, die lebendige, moderne und laute Hauptstadt Sardiniens, liegt im Süden der Insel am Rande der Ebene des Campidano. Dichter Verkehr und Großstadtflair prägen zunächst das Stadtbild. Hier tummeln sich vor allem junge Leute, die am kilometerlangen Sandstrand von Poetto jedes Wochenende das turbulente Nachtleben genießen. Doch je weiter man den alles überragenden Castello-Hügel hinaufsteigt zum gleichnamigen Altstadtviertel Castello, desto ruhiger und beschaulicher geht es zu. Die ehemalige Festung ist von Bastionen umgeben und hat sich ihren mittelalterlichen Charakter bewahrt. Die schöne Altstadt mit ihren versteckten Kirchen und prachtvollen Palazzi wird von zwei Türmen, dem Torre di San Pancrazio und dem Torre dell’Elefante begrenzt. Den eindrucksvollen Blick über das Hafenviertel und weite Teile Cagliaris sollte man auf der Aussichtsterrasse Terrazza Umberto I. genießen, die man über einen imposanten marmornen Treppenaufgang betritt.


File 257Im Stampace, dem Viertel westlich des Castello-Hügels, kann man ein römisches Amphitheater von beeindruckenden Ausmaßen bewundern. Es ist das größte römische Bauwerk auf Sardinien und wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. direkt aus dem Gestein herausgemeißelt. In den Sommermonaten finden hier regelmäßig Konzerte und Theateraufführungen statt. Zu Füßen des Amphitheaters befindet sich der Botanische Garten von Cagliari. Hier genießen Einheimische und Besucher abseits von Hektik und Trubel die Ruhe inmitten exotischer Pflanzen. Das Museo Archeologico Nazionale lohnt ebenfalls einen Besuch. Es beherbergt neben dem archäologischen Museum von Sassari die bedeutendste Sammlung prähistorischer und historischer Funde der Insel. Daneben prägen Sakralbauten mit herausragender Bedeutung die Hauptstadt Sardiniens. An der Piazza Palazzo, flankiert vom ehemaligen Rathaus, dem Palast des Erzbischofs und dem Vizekönigspalast, befindet sich der im 13. Jahrhundert in pisanischer Bauweise errichtete Dom Santa Maria.


File 272Die Kathedrale San Saturno, an der Piazza San Cosimo gelegen, ist einer der ältesten Sakralbauten Sardiniens. Beachtenswert ist besonders die Kuppel aus dem 5. Jahrhundert, die den kubischen Zentralbau bekrönt. Schließlich sollte man den Klosterkomplex Santuario di Bonaria besuchen. Er ist das wohl wichtigste Heiligtum der Insel. Die Anfang des 14. Jahrhunderts von Spanischen Truppen erbaute katalanisch-gotische Kapelle beherbergt die Statue der Madonna di Bonaria, der Schutzpatronin Sardiniens. Die Legende besagt, dass die Madonna in einer Holzkiste an Land gespült worden sei. Die Mönche des Klosters bargen die Statue, die bald darauf anfing Wunder zu wirken und das bescheidene Gotteshaus zu einem bekannten Wallfahrtsort machte. Im 18. Jahrhundert errichtete man neben der alten Kapelle eine großzügige Basilika.