Alghero

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Malerisch auf einer Landzunge im Nordwesten Sardiniens liegt die traditionsreichste Badestadt der Insel, die bereits Ende des 19. Jahrhunderts für den Tourismus entdeckt wurde. Sie ist eine Ausnahmeerscheinung: Alghero ist keine typisch sardische Stadt. Die fast 400 Jahre andauernde spanische Herrschaft hinterließ ihre Spuren und ein einmaliges spanisch-sardisches Flair in der von katalanischer Architektur geprägten Altstadt, dem Centro Storico. Mit ihren schmalen gepflasterten Gässchen, den historischen Prachtfassaden und ihren gotischen und barocken Kirchen zählt sie zu den schönsten von Sardinien. Hier spricht man noch heute einen spanischen Dialekt und serviert den Besuchern frische Paella.
Den prachtvollen Eindruck, den die Stadt Alghero schon von weitem macht, schuldet sie vor allem ihrer gewaltigen Stadtmauer mit den massiven Rundtürmen, den Torres. Ihre mächtige Mauerkrone lockt zu einem Spaziergang mit atemberaubenden Ausblick über das Meer bis hinüber zur alles überragenden Felsformation des Capo Caccia.
File 95Die verwinkelten Gässchen des Centro Storico mit seinen kleinen Geschäften, Bars und Lokalen sollte man in aller Ruhe erkunden und am Abend das stimmungsvolle Licht genießen, das die zahlreichen gelben Natriumdampflampen erzeugen.
Die Piazza Sulis bildet das Herz der Innenstadt. Hier trifft sich Jung und Alt in einem der vielen Cafés um im Schatten zu plaudern. Gelangt man zur Via Principe Umberto befindet man sich in einer der schönsten Gassen der Altstadt. Besonders der Palazzo Machin, im 17. Jahrhundert Wohnpalast des Bischofs Ambrogio Machin, beeindruckt mit seiner Renaissancefassade und den katalanisch verzierten Fensterrahmen.
Die Chiesa San Francesco lohnt ebenfalls einen Besuch. Das im 14. Jahrhundert im gotisch-katalanischen Stil erbaute Gotteshaus wurde im 16. Jahrhundert mit Architekturformen der Spätrenaissance erweitert. Sehenswert ist besonders der romanische Kreuzgang aus Sandstein, in dessen schattigem Innenhof im Sommer regelmäßig Konzerte stattfinden.
Vom Stadtbummel erholt man sich am Besten im Stadtpark unter schattenspendenden Palmen, uralten Steineichen und prächtigen Akazien. Ganz in der Nähe befindet sich der große Fischer- und Jachthafen von Alghero. Hier legen die zahlreichen Ausflugsboote ab, um die Grotta di Nettuno anzusteuern. Gleich hinter dem Hafen beginnt der kilometerlange Sandstrand, der sich bis Fertilia zieht. Im Süden schließt sich eine steile Felsküste an. Hier kann man in zahlreichen kleinen Badebuchten das Meer genießen.