Städte & Regionen

Sardinien ist die Insel der kilometerlangen Sandstrände, steilabfallenden Klippen, versteckten Buchten, bizarren Felsformationen und des bergigen Hinterlands mit wilder Macchia. Neben einer wunderbaren Landschaft hat Sardinien jedoch noch einiges mehr zu bieten: In ruhigen Bergdörfchen oder geschäftigen Städten können Besucher in den sardischen Alltag eintauchen oder mehr über die spannende Geschichte und die einzigartige Kultur der Insel erfahren.
File 281Große Metropolen gibt es auf Sardinien jedoch kaum. Die quirlige Inselhauptstadt Cagliari ist mit etwa 400.000 Menschen die größte Stadt Sardiniens. Etwa ein Viertel der Inselbewohner lebt in ihrem suburbanen Raum. Neben modernen Bezirken ist hier auch eine schöne Altstadt mit alten Kathedralen und Kirchen zu sehen. Die einzige weitere Stadt der Insel mit mehr als 100.000 Einwohnern ist Sassari. Die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz verfügt über die größte, sardische Sammlung archäologischer Gegenstände. Diese ist im Nationalmuseum G.A. Sanna zu bewundern, das sich südlich des eindrucksvollen Stadtkerns befindet.
Eine andere wichtige Stadt im Norden Sardiniens ist das etwas hektische Olbia. Die Hafenstadt an der Gallura-Küste ist Ankunftsort vieler Touristen. Insbesondere in der Hauptsaison sind die Straßen der Stadt daher häufig von einem hupenden Verkehrschaos erfüllt. Da lohnt es sich, zu Fuß durch den Corso Umberto, die bekannte Einkaufsstraße mit unzähligen Geschäften und netten Cafés, zu bummeln.


File 329In den Bergen zwischen Sassari und Olbia liegt die sardische Kleinstadt Tempio Pausania, mit einer schönen Altstadt, die von den Fassaden hübscher Bürgerhäuser geprägt ist. Besucher können hier in tiefen Zügen die frische Bergluft und das korsisch-toskanische Flair genießen. Im zentralen Bergland der Insel befindet sich das charmante Nuoro – für Interessierte an der sardischen Kultur ein Muss. Umgeben von der wilden Landschaft der Barbagia war Nuoro Heimat vieler sardischer Schriftsteller und Künstler. Heute noch ist die Stadt von kulturellem Leben und sardischen Traditionen erfüllt. Typisch sardisches Kunsthandwerk sowie kulinarische Spezialitäten sind weiter südlich in der Tiefebene der Ogliastra in Tortoli zu finden. Der Ort ist vor allem bei Sarden zum Einkaufen beliebt und somit herrscht ständig ein geschäftiges Treiben.
Im Süden der Insel lohnt sich neben Cagliari auch ein Besuch von Sanluri, Iglesias und Carbonia. Sanluri befindet sich auf halber Strecke zwischen Cagliari und Oristano in der Ebene des Campidano. Einen wunderbaren Ausblick kann man vom Castello di Sanluri genießen und dabei in die spannende, teilweise tragische Geschichte des Ortes eintauchen. Die alte Stadt Iglesias besticht durch ihren historischen Stadtkern mit schmalen Gässchen, dem sehenswerten Dom Santa Chiara und weiteren kleinen Kirchen. Von der Ruine des Castello di Salvaterra bietet sich ein beeindruckendes Panorama über die idyllische Kleinstadt. Eine knappe halbe Stunde von Iglesias entfernt liegt Carbonia, das während der faschistischen Ära Mussolinis erbaut wurde. Die helle, moderne Stadt mit gerade Straßen und weitläufigen, von Bäumen gesäumten Plätzen, bildet einen Gegensatz zum verwinkelten Iglesias.


File 347Den mediterranen Flair Sardiniens kann man bei einem Bummel durch die Altstadt Oristanos im Osten Sardiniens genießen. Trotz ihrer Nähe zur Sinis-Halbinsel und der Ruinenstadt Tharros ist die Stadt ruhig und wenig touristisch. Nördlich von Oristano ist insbesondere für Geschichtsinteressierte die lebendige Stadt Macomer zu empfehlen. Sie ist idealer Ausgangspunkt für Erkundungstouren zu den archäologischen Stätten im Umland, wie den Domus de Janas der Nekropole Filigosa oder der Nuraghe Santa Barbara.
Direkt an der Nordwest-Küste der Insel, etwas mehr als 30 Kilometer von Sassari entfernt, liegt die traditionsreiche Stadt Alghero. Das Stadtbild mit vielen Bars und Cafés, ist von einem spanisch-sardischen Flair geprägt. Ein Ausflug lohnt sich von hier aus zu der Grotta di Nettuno, der märchenhaften Tropfsteinhöhle am Capo Caccia.