Sehenswürdigkeiten in Sardinien

Sardinien ist eine vielseitige Insel, die Urlaubern einiges zu bieten hat. Insbesondere die schroffe und wilde Natur lockt jedes Jahr unzählige Touristen auf die italienische Mittelmeerinsel. Harmonisch fügen sich feine Sandstrände zwischen steil abfallende Klippen. Die Küste ist von Tropfsteinhöhlen und Grotten, die eine faszinierende Märchenwelt in ihrem Inneren verbergen, durchzogen. Die einmalige sardische Landschaft lässt sich am besten bei einer Ausfahrt mit dem Trenino Verde, der alten sardischen Schmalspurbahn, erkunden. Dabei begibt sich der Reisende auf einen Ausflug in die Geschichte des frühen 20. Jahrhundert Sardiniens.


Auch geschichtlich, aus prähistorischer oder römischer Zeit, gibt es auf Sardinien viel zu entdecken und zu erleben. Inmitten der wilden Macchia ist die Landschaft der mediterranen Insel von unzähligen Steinen aus längst vergangenen Zeiten bedeckt. Vor allem im Landesinneren finden sich an vielen Stellen zum Teil gut erhaltene Überreste von Nuraghen, den Rundtürmen der bedeutendsten prähistorischen Kultur Sardiniens. Insgesamt wurden auf der Insel bereits mehr als 7000 nuraghische Ruinen gefunden. Sie entstanden um 1500-500 v. Chr. und sind einzigartig im Mittelmeerraum. Eine der größten Anlagen ist Su Nuraxi, etwa eine Stunde von Oristano entfernt.
Eine bekannte Ausgrabungsstätte aus dem 8. Jahrhundert befindet sich auf der Sinis-Halbinsel, im Westen Sardiniens: Tharros wurde von den Phöniziern errichtet. Heute sind in der Ruinenstadt die Grundmauern mehrerer Häuser, eine römische Straße aus dunklem Basalt sowie ein von den Karthagern erbauter Tempel zu sehen. Mehr sardische Geschichte und interessante Funde aus den archäologischen Stätten zeigen auch die Museen der Mittelmeerinsel. Eines der größten Museen der Insel ist das Nationalmuseum in Sassari, das über eine umfangreiche Sammlung von Gegenständen aus den Nuraghen verfügt. Ebenso bedeutend ist das Museo Archeologico Nazionale in Cagliari, das Funde aus verschiedenen Epochen Sardiniens ausstellt. Interessante Museen finden sich zudem im charmanten Nuoro, im Herzen der Insel.


Aus vergangenen Zeiten stammen auch die Grabanlagen der Insel. Viele sind in den Boden eingelassen oder in den Fels gehauen, wie die bekannten Felsengräber Domus de Janas aus der Ozieri Zeit. Die bedeutendste und größte prähistorische Totenstadt Sardiniens ist Anghelu Ruju nördlich von Alghero. Die Grabanlage der Ozieri stammt aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. und wurde über viele Jahrhunderte von verschiedenen Kulturen genutzt. Sie verfügt über 38 in den Boden gehauene Felsengräber.


Eine ganz natürliche Sehenswürdigkeit auf Sardinien sind die unzähligen Tropfsteinhöhlen. Unterirdische Labyrinthe aus Höhlen und Gängen durchziehen die Mittelmeerinsel an mehreren Stellen. Mehrere der faszinierenden Grotten und Höhlen sind für Besucher zugänglich. Die Grotta di Ispinigoli, eine der größten Tropfsteinhöhlen der Insel, befindet sich in der Nähe von Dorgali. Einige der Grotten sind nur mit dem Boot vom Meer aus zu erreichen, wie die Grotta del Bue Marino. Die noch aktive Tropfsteinhöhle liegt etwa 25 Kilometer von Orosei entfernt und beherbergt einen großen See mit glasklarem Wasser im Höhleninnern.